gelassen-heiten


... im gegenwärtigen augenblick, ohne zu urteilen.

Ken Wilber wurde einmal gefragt, was man tun kann, um das persönliche Wachstum zu unterstützen. Er meinte daraufhin, das Einzige, was man tun könne, sei, die Achtsamkeit zu erhöhen.

 

Das finde ich nicht nur passabel, sondern mehr als hilfreich.

 

Der Begriff der „Achtsamkeit“ erfreut sich großer Aufmerksamkeit, was schön ist – auch wenn er etwas inflationär verwendet wird.

Er birgt jedoch etwas sehr Wichtiges.

 

Jon Kabat-Zinn definiert Achtsamkeit wie folgt: „Achtsamkeit bedeutet:

Auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein, bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen.“

 

Nicht zu urteilen, das ist für mich eine wesentliche Übung im Alltag. Und hier findet sich die Brücke zu der Qualität, auf die Gerald Hüther gerne hinweist: Gelassenheit

Diese kann zusammen mit der Begeisterung, etwas zu tun oder zu lassen, neue neuronale Verbindungen schaffen, ohne die wir nichts Neues denken oder verstehen können. 

 

Sich einfach auf den Atem zu konzentrieren, auf einem Stuhl zu sitzen und die Gedanken vorüberziehen zu lassen, ohne diese und sich selbst zu bewerten, wirkt sich daher sehr fördernd auf verschiedene Kompetenzen aus:

 

•      die Kapazität, den eigenen Fokus selbst zu bestimmen, immer wieder dahin zurückzukehren und somit die Aufmerksamkeit auf etwas zu halten, ohne sich abzulenken;
 
•      die Fähigkeit, den eigenen Gefühlen und Gedanken zu begegnen als dem, was sie sind – Produkte unseres immer aktiven Gehirns, das täglich Millionen von Gedanken und Gefühlen produziert; 
 
•      die Möglichkeit, sich selbst zu beobachten und die eigenen Gefühle unterscheiden zu können (bin ich gestresst, genervt, verärgert, verängstigt…?).
 

All diese Kompetenzen trainieren den evolutionsbiologisch neuesten Teil unseres Gehirns – den präfrontalen Cortex.

Und dieser ermöglicht uns, Situationen als das zu erkennen, was sie sind. Zunächst einmal nur eines: Interessant.

 

Und in diesem Moment können wir eventuell neue Informationen erkennen, uns mit der Situation weitergehend befassen, ohne sie zu werten. So ist es möglich, zu neuer Freiheit zu gelangen (Zitat Viktor Frankl).

 

Also: Ich empfehle Täglich 10 Minuten zu meditieren als einen guten Beginn für diese Praxis.

Hier eine kleine geleitete Meditation für den ersten Versuch...

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit. Viktor Frankl